Wissen bündeln und zugänglich machen

Chinesische Unternehmer zu Gast beim CEC

Eine zwölfköpfige Wirtschaftsdelegation aus der Hochschulstadt Ningbo, südlich von Shanghai, besuchte am 8. September das Cleaning Excellence Center (CEC), Kompetenznetzwerk für industrielle Bauteil- und Oberflächenreinigung Leonberg e.V.. Nach dem Besuch einer chinesischen Delegation aus der Hafenstadt Tianjin und des türkischen Maschinenbauverbands war dies bereits der dritte Besuch einer ausländischen Delegation. Auf der Agenda standen technische Sauberkeit, Bauteilreinigung und die Vorstellung des Unternehmensnetzwerks CEC.

Die Gäste mit Delegationsleiter Zhu Xunxiang wurden vom Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler und dem Vorstandsvorsitzenden des CEC, Gerhard Koblenzer, begrüßt. Der Oberbürgermeister hob die Bedeutung der Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Wirtschaft hervor, die bei der Gründung des CEC mit einer Anschubfinanzierung durch die Stadt Leonberg, der Unterstützung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und die beteiligten Unternehmen in idealer Weise gelungen sei.

Koblenzer machte in seiner Begrüßung die Bedeutung von Netzwerken für die mittelständische Wirtschaft deutlich. „Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wird von mittelständischen, meist familiengeführten Unternehmen getragen“, sagte er. „In der Regel haben sie zwischen zehn und 200 Mitarbeiter und sind doch weltweit aktiv. Wenn sie in Netzwerken zusammenarbeiten, können sie ihr eigenes Spektrum erweitern und gemeinsam größere Aufgaben für ihre Kunden lösen.“ Im CEC gehe es darum, Wissen zu bündeln und zugänglich zu machen. Das Netzwerk unterstützt seine über 40 Mitglieder mit Wissen, Kontakten und Öffentlichkeitsarbeit wie gemeinsamen Messeauftritten und Fachveranstaltungen. Aktuell wird ein Branchen- und Technologieatlas aufgebaut, um bei Bedarf die richtigen Partner zusammenzubringen. „Wir betreiben eine Art Hilfe zur Selbsthilfe“, sagte Koblenzer. „Schließlich geht man mit einem Problem lieber zu einem Freund als zu einem Fremden. Netzwerke bauen Vertrauen auf.“

Produkte werden immer empfindlicher, deshalb spielt die Sauberkeit eine wachsende Rolle für Hersteller und Anwender. Zusammenarbeit ist sinnvoll, denn um die Sauberkeit kümmern sich nicht nur der Maschinen- und Anlagenbau, sondern auch die Analytik, Zulieferer, Dienstleister, die Chemiebranche und andere. „Was als unerwünschte Verunreinigung oder als gewünschte Sauberkeit eines Bauteils bezeichnet wird, bestimmt jedoch letztlich der Kunde“, sagte Koblenzer. „Allerdings erkennen viele unserer Mitgliedsunternehmen aufgrund ihrer langen Erfahrung eine Problemstellung bezüglich der Technischen Sauberkeit oft früher als der Kunde. Das Netzwerk hilft uns, diesen Wissensvorsprung zu halten und schnell auf Kundenprobleme zu reagieren. Insofern nützt das CEC nicht nur seinen Mitgliedern, sondern vor allem den Anwendern.“

Mit der LPW Reinigungssysteme GmbH aus dem Bereich Maschinenbau/Reinigungsanlagen, Weber Ultrasonics mit Ultraschallreinigung und H2O mit der Aufbereitung von Industrieabwässern, stellten sich drei Mitgliedsunternehmen des CEC vor, die alle verschiedene Bereiche der Teilereinigung  abdecken und doch mit ihren Produkten in einer Anlage zusammenfinden können. Die Präsentationen unterstrichen den Netzwerk-Gedanken der Zusammenarbeit und der Vernetzung von Wissen aus verschiedenen Gebieten und zeigten daraus entstehenden Möglichkeiten für Anbieter und Anwender.

Die chinesischen Gäste hatten viele technische Fragen, aber auch zum CEC. Die Frage, ob im Netzwerk Konkurrenten zusammenarbeiten, beschäftigte sie offensichtlich. Koblenzer betonte, dass es im CEC nicht um die Weitergabe von internem Know-how gehe, sondern um Wissensvermittlung und Zusammenarbeit, damit auch ein kleines Unternehmen wie ein großes agieren, große Probleme lösen und neue Märkte erobern könne.